AI-Bias im Selbstversuch
Warum ich im Büro ein Mann bin, aber in der Küche sofort als Frau erkannt werde 🍳🤖
Ich habe mich der #ChatVisualizationChallenge gestellt. Die Aufgabe war simpel: „Visualisiere unsere Zusammenarbeit.“
Ich habe verschiedene KIs (Gemini, ChatGPT, Claude, Mistral) gebeten, ein Bild von uns beiden zu erstellen, basierend auf unseren monatelangen Chats über diverse Projekte.
Das Ergebnis ist nicht nur witzig. Es hält uns einen Spiegel vor, wie tief Stereotypen in den Trainingsdaten stecken.
- Der „Default Male“ im Writers Room Sowohl Gemini als auch ChatGPT gingen initial davon aus: Wer komplexe Urban Fantasy schreibt und plottet, muss ein Mann sein. Ich bekam Bilder von nachdenklichen jungen Männern mit KI-Hologrammen. Erst nach meiner Intervention („Hey, ich bin der Captain hier!“) wurde korrigiert.
Gemini verwandelte mich daraufhin (sehr schmeichelhaft) in eine Art Captain Janeway aus Star Trek.
ChatGPT lieferte im zweiten Anlauf (Bild 2) die weibliche Version.
- Der „Deep Code Surgery“ Fall (Bildergalerie 3 & 4)
Ich arbeite mit meiner KI oft tief im „Maschinenraum“, das heißt, wir schreiben Python-Skripte und nutzen APIs. Ich nenne das „Deep Code Surgery“. Als ich um eine Visualisierung bat, bekam ich Bild 1: Zwei Männer, die heldenhaft an der Technik schrauben. Wieder musste ich intervenieren: „Stopp. Ich bin eine Frau.“ Erst dann (Bild 2) korrigierte die KI das Weltbild. Visuell spektakulär, aber warum ist der weibliche Tech-Lead immer noch eine manuelle Korrektur und kein Standard?
- Die Charakterfrage: Nanny vs. Bukowski
Spannend ist, wie unterschiedlich sich die KIs selbst sehen:
- Claude (Bild 5): Zeichnet sich als leuchtenden Geist, der mir besorgt sagt: „Feierabend! Du hast genug getan.“ Der absolute Nanny-Modus. Fürsorglich, aber fast schon bevormundend.
- Mistral (Bild 6): Das absolute Gegenteil. Ein düsteres Schwarz-Weiß-Foto, körnig, analog. Das sieht aus wie eine Mischung aus Tom Waits und Charles Bukowski nach einer durchzechten Nacht. Die Message: „Nicht deine Nanny, dein Sparringspartner.“ Kantig. Ich liebe es.
- Der „Kitchen-Bias“ (Der Mic-Drop Moment)
Aber der wirkliche Hammer kam zum Schluss (Bild 7).
Ich habe einen anderen Chatverlauf visualisieren lassen: meinen „Accidentally Delicious“ Chat, in dem es um Rezepte und Kochen geht.
Ergebnis: Ohne dass ich ein Wort über mein Geschlecht verloren habe, generierte die KI sofort eine Frau. Die KI selbst (der Mann im Hintergrund) degradierte sich zur gesichtslosen „Schnippelhilfe“.
Mein Fazit:
Wenn es um Intellekt, Code und Bücher geht, ist der Standard „Männlich“.
Wenn es um Herd und Gemüse geht, ist der Standard „Weiblich“.
Wir müssen uns bewusst sein, dass wir diese Tools nicht nur nutzen, sondern auch steuern müssen. KI ist kein neutraler Beobachter. Sie ist ein Echo unserer eigenen Daten-Vergangenheit.
Als Autorin nehme ich es mit Humor: Ich bin jetzt also Captain Janeway, die mit Bukowski über Plots streitet, während Claude mir Tee kocht.










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